Monatstreffen des Zürcher Werbeclubs zu Ethnomarketing: Grenzen des Mediaplans auflösen…
Nenad Prokic und Darko Veljaca- ethnomedia - in Begleitung
Anfangs März, trafen sich Mitglieder und Gäste des Zürcher Werbeclubs (ZW) im Zürcher «Metropol» zu einem Vortrag zum Thema Ethnomarketing. In seinen sehr interessanten Ausführungen zeigte Darko Veljaca, Mitinhaber der Ethnomedia, auf, wie und wo man beispielsweise in der Schweiz lebende Portugiesen oder Türken erreichen kann.
snu. Sein Nachname, so Darko Veljaca, heisse übersetzt Februar. Und das war mutmasslich ein Versuch, eine Brücke zu bauen zwischen den rund 30 Mitgliedern und Gästen des Zürcher Werbeclubs und diesem für hiesige Ohren fremd klingenden Namen. Allein: sein Rheintaler Dialekt war da vermutlich die «grössere Brücke», dachte man sich. Später wurde dann klar, dass diese Namenserklärung absolut aufgeht, denn neben dem Wissen über Wertvorstellungen, Lebensart oder dem Konsumverhalten von ethnischen Gruppen, ist eben die Sprache entscheidend. Und die Gefahren für eine Kampagne – auch wenn es «nur» eine adaptierte sei – lägen insbesondere bei den Übersetzungen, so Veljaca, Geschäftsführer der EthnoMedia. Er gab einige Beispiele, die ihm und seinem Geschäfts-Partner Nenad Prokic schon aufgefallen seien, positiv wie negativ. Mit einem unbedacht übersetzten Claim könne man die ganzen Bemühungen, seine Dienstleistungen oder Produkte in diesen teilweise komplett geschlossenen ethnischen Gruppen bekannt zu machen, zunichte machen, oder gar ins Gegenteil verkehren.
Junge Disziplin – junge Firma
Die Ethnomedia GmbH wurde vor rund zwei Jahren gegründet und versteht sich als unabhängige und inhabergeführte Marketing-Agentur, die sich auf multikulturelles Marketing (Ethnomarketing) spezialisiert hat. Die für die Schweiz junge Disziplin des Ethnomarketings stammt aus den USA und richtet sich an ethnische Gruppen innerhalb eines Staates, die eben auf Grund anderer Sprache und Kultur sowie Lebensgewohnheiten über die herkömmlichen Marketing-Kanäle einer Kampagne kaum erreicht werden. Naheliegend, dass diese Marketingdisziplin immer wichtiger wird, gerade in der Schweiz, wo derzeit rund 1, 7 Millionen Ausländerinnen und Ausländer leben.
Die Partner Veljaca und Prokic können auf ein breites Netzwerk zurückgreifen, das ihnen Zugang zu diesen ethnischen Gemeinschaften in der Schweiz verschafft. Die Kenntnisse über die Bedürfnisse der ausländischen Bevölkerung lassen sie in ihre «interkulturellen Marketingmassnahmen» einfliessen. Kunden sind unter anderen Swisscom, M-Budget Mobile, Denner etc. «Wir fördern Absatz, Bekanntheit und Image unserer Kunden innerhalb von ethnischen Zielgruppen – mit allen Instrumenten der Kommunikation.» Eine wichtige Dienstleistung ist dabei der Research, wie sich auch am Anlass des ZW zeigte, wo Veljaca einiges Datenmaterial auflegte, welches zusammenzutragen und aufzubereiten eine unglaubliche Fleissarbeit bedeutete. Das stellt natürlich einen Wert dar, der sich vermarkten lässt. Dies haben Prokic und Veljaca erkannt und setzen dies nun äusserst clever um. Was sich auch wirtschaftlich bezahlt macht, wie Veljaca auf die entsprechende Frage bezüglich Umsatz sagte: «Wir haben die Millionen-Grenze geknackt.»














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